Mikrofotografie einer Radiolarie

Forschung

Mikrofotografie einer Radiolarie
Foto: Ernst-Haeckel-Archiv, Universität Jena

Die Forschung am Ernst-Haeckel-Haus widmet sich der Geschichte und Philosophie der Naturwissenschaften in einer großen methodischen Breite. Mit einem Schwerpunkt in der historischen Epistemologie verbinden wir historische, philosophische, kultur- und sozialwissenschaftliche Analysen von Wissen und Wissenschaften vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. Dabei interessiert uns die spezifische Kultur der Naturwissenschaften – ihre Theorien, Praktiken, Instrumente und Objekte – ebenso wie die zentrale Rolle von Wissenschaften in Kulturen und Gesellschaften der Moderne.

Die Forschungsbereiche am Ernst-Haeckel-Haus umfassen die Geschichte und Philosophie der Lebenswissenschaften, historische Wissenschafts-und Technikforschung, Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte, kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Wissen und Gesellschaft und Gender Studies.

In unseren Projekten verfolgen wir aktuelle Fragen der Wissenschaftsgeschichte: von der Naturforschung und Naturphilosophie des 18. Jahrhunderts, über das Wechselverhältnis von Philosophie, Wissenschaft und Anthropologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert bis zu den modernen Gen- und Klonforschungen im 21. Jahrhundert; vom spannungsreichen Verhältnis von Wissenschaft, Politik, Religion und Gesellschaft bis zu globalen Wissenstransfers, materiellen Kulturen der wissenschaftlichen Praxis und Objektgeschichten. Auch Rasse- und Geschlechterdiskurse im 19. und 20. Jahrhundert sind wichtige Forschungsfelder.

Forschungsbereiche

Zeichnung elementarer Bestandteile einer Pflanze aus dem 19. Jahrhundert
Lebenswissenschaften
Geschichte und Philosophie der Lebenswissenschaften im 19. und 20....
Schematische Darstellung der Lebenszusammenhänge in Eiform
Naturphilosophie
Naturphilosophie zwischen Wissenschaft und Philosophie
Gemälde einer Szene aus Goethes Faust von Edward Henry Сorbould (Faust im Studierzimmer)
Kultur
Kulturwissenschaftliche Ansätze der Wissenschaftsgeschichte
Tafel mit Namen von Wissenschaftlerinnen
Geschlecht & Wissen
Geschlechter- und Wissenschaftsforschung
Fotografie eines Forschungsreaktors der TU Wien
Wissenschaft & Technik
Historische Wissenschafts- und Technikforschung
Faksimile der ersten Seite des Manuskripts „Darwins Theorie“ von Ernst Haeckel
Editionen
Edition wissenschaftshistorischer Quellen

Forschungsprojekte

Konkurrenz um Deutungshoheit in kooperativen Gremien: Bioethische Debatten und politische Regulierung der Lebenswissenschaften (1980er Jahre), DFG-Projekt Inhalt einblenden
Enquetekommission Gentechnologie Enquetekommission Gentechnologie Foto: Bundesarchiv

Leitung: Christina Brandt

Bearbeitung: Anna Klassen

DFG-Projekt, Teilprojekt 7 in der Forschungsgruppe "Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften"

Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften, Teilprojekt 7

 

 

Netzwerk: Geschichte der Bio- und Medizinethik in Deutschland Inhalt einblenden

Netzwerk Geschichte der Bio- und Medizinethik in Deutschland

Netzwerkmitarbeitende: Lukas Alex (Münster), Anna Klassen, Anna Maria Schmift (Duisburg-Essen), Matthias Schütz (München)

Anthropologische Epistemologie. Zwischen Philosophie und Lebenswissenschaften im 20. Jahrhundert Inhalt einblenden

Anthropologische Epistemologie. Zwischen Philosophie und Lebenswissenschaften im 20. Jahrhundert

Dissertationsprojekt: Julia Gruevska

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Netzwerk Philosophiehistorisches Arbeiten Inhalt einblenden
Ernst Haeckel (1834-1919): Briefedition, Akademieprojekt Inhalt einblenden
Buchcover „Ernst Haeckel. Ausgewählte Briefwechsel, Band 3“ Buchcover „Ernst Haeckel. Ausgewählte Briefwechsel, Band 3“ Foto: Franz Steiner Verlag

Seit 2013 ist am Ernst-Haeckel-Haus das Langzeiteditionsprojekt „Ernst Haeckel (1834-1919): Briefedition“ angesiedelt, in dem die außerordentlich umfangreiche und thematisch breit gefächerte Korrespondenz des Jenaer Zoologen für die Wissenschaft und Öffentlichkeit erschlossen wird. Das Projekt besteht aus zwei Modulen, einer Online-Edition und einer Print-Edition. In der „Ernst Haeckel Online Briefedition“ werden sämtliche Briefe von und an Haeckel (ca. 46.000) vollständig und ungekürzt ediert. Die Metadaten der Briefe sind bereits online und bis zum Jahr 2037 werden auch die Texte der Briefe online sein (aktuell können ca. 10.700 Briefe online abgerufen werden). Im zweiten Modul werden im Rahmen einer Print-Edition (Ernst Haeckel: Ausgewählte Briefwechsel. Historisch-kritische Ausgabe. Stuttgart 2017ff.) ein größerer Teil der Briefe Haeckels zusammen mit den Gegenbriefen in kommentierter Form veröffentlicht. Die Ausgabe ist auf 25 Bände angelegt und erscheint im Franz Steiner Verlag (bereits erschienen sind die Bände 1-3). Die beiden Module der Briefedition machen der Forschung einen der zentralen Quellenbestände für die Geschichte der Biowissenschaften von der zweiten Hälfte des 19. bis in das beginnende 20. Jahrhundert zugänglich. Die Briefe gewähren Einblicke in Haeckels Publikations- und Forschungstätigkeit, erschließen Material zu seinen Reisen und geben Auskunft über das Netz seiner familiären, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontakte und dokumentieren insgesamt in einzigartiger Weise seine wissenschaftliche, kulturelle und weltanschauliche Wirkung. Das Projekt wird von der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften gefördert und von der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina ­­­– Nationale Akademie der Wissenschaften betreut.

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Ernst Haeckel als Botaniker – Rekonstruktion und Kontextualisierung, DFG-Projekt Inhalt einblenden

Ernst Haeckel als Botaniker ­– Rekonstruktion und Kontextualisierung

(DFG BA 2121/1-1; Laufzeit vom 1.10.2020-30.09.2023)

Projektleitung: Dr. Thomas Bach und Prof. Dr. Frank Hellwig

Bearbeiterin: Dipl. Biol. Elisabeth Müller

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Das unveröffentlichte Werk Theodor Schwanns: Studien zum Verhältnis von Biologie, Religion und Politik im 19. Jahrhundert Inhalt einblenden
Portrait von Theodor Schwann (Lithografie) Portrait von Theodor Schwann (Lithografie) Foto: Fonds/Nachlass Schwann (référence 70) - ULiège Library, Université de Liège

Das unveröffentlichte Werk Theodor Schwanns: Studien zum Verhältnis von Biologie, Religion und Politik im 19. Jahrhundert

Projektleitung: Dr. Florence Vienne

Kaum ein Naturforscher des 19. Jahrhunderts ist so bekannt und zugleich so unbekannt geblieben wie Theodor Schwann (1810-1882). Lehr- und Geschichtsbücher der Biologie erinnern an seine Entdeckung der Zellen als Grundeinheit der Pflanzen und Tiere. Neben Charles Darwins Evolutionstheorie gehört die Zelltheorie zu den Fundamenten der Biowissenschaften. Während aber die vielfältigen Facetten des Naturforschers Darwins seit langem auch auf der Grundlage seiner nachgelassenen Manuskripte erforscht wird, sind Schwanns Leben und Werk weitestgehend unerschlossen. Sein umfangreiches unveröffentlichtes Werk ist bislang weitgehend unbekannt geblieben. Es umfasst Versuchstagebücher, wissenschaftliche Tagebücher und Entwürfe, Vorlesungsmanuskripte und persönliche Tagebücher. Als junger Assistent des Physiologen Johannes Müller (1801-1858) in Berlin in den 1830er Jahren und als Hochschullehrer in Löwen und Lüttich von 1839 bis in die 1870er Jahren führt er Tagebuch. Seine Aufzeichnungen dokumentieren seine Arbeiten zur Genese seiner Zelltheorie von 1838, aber auch zu ihrer späteren Weiterbildung. Sie gewähren Einblicke in die metaphysischen und theologischen Fragen, die seine Weltanschauung und Wissenschaft von den jungen Jahren bis zu seinem Tod prägten. Ähnlich wie der Botaniker Jakob Matthias Schleiden (1804-1881) und der Zoologe Ernst Haeckel (1834-1919) hat Schwann ein Werk hinterlassen, das Ausdruck tiefgreifender wissenschaftlicher und kultureller Transformationen ist. Am Beispiel der drei Biologen lassen sich Wechselbezüge zwischen der Entstehung eines zellulären Verständnisses des Lebendigen und den religiösen und politischen Umbrüchen des 19. Jahrhunderts erforschen.

 

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Wissenschaftshistorische Forschungswerkstatt: Matthias J. Schleiden (1804-1881) in Jena Inhalt einblenden
Foto der Schleidenbüste im Botanischen Garten der Universität Jena Foto der Schleidenbüste im Botanischen Garten der Universität Jena Foto: Anne Günther (Universität Jena)

Der Botaniker und Zelltheoretiker Matthias J. Schleiden (1804-1881) hat zwischen 1839 und 1862 in Jena gelebt und gewirkt. Hier begegnete er dem für ihn bedeutenden Philosophen Jakob Friedrich Fries (1773-1843), verfasste sein Hauptwerk Grundzüge der wissenschaftlichen Botanik (1842/43), aber auch Streitschriften gegen die Naturphilosophie und den Materialismus. Er hielt Vorlesungen über Botanik und Anthropologie an der Universität sowie populärwissenschaftliche Vorträge. Von 1850 bis 1862 leitete er den botanischen Garten. Neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler war er im Revolutionsjahr 1848 politisch aktiv. In dieser Forschungswerkstatt erkunden Studierende und Wissenschaftler*innen die verschiedenen Facetten des Lebens und Wirkens von Schleiden in Jena. Die erzielten Ergebnisse fließen in eine Publikation ein, die am Beispiel von Schleiden das Verhältnis von Naturwissenschaft, Philosophie und Politik im 19. Jahrhundert beleuchtet. Ziel ist, die Buchveröffentlichung am Ernst-Haeckel-Haus einem größeren Publikum vorzustellen.

 

Kontakt: Dr. Florence Vienne

Innovation durch Wissenszirkulation. Research Technologies als dynamische Wissensträger in Zirkulationsprozessen in und zwischen Innovationskulturen Inhalt einblenden

Innovation durch Wissenszirkulation. Research Technologies als dynamische Wissensträger in Zirkulationsprozessen in und zwischen Innovationskulturen

DFG-Projekt

Projektleitung: PD Dr. Christian Forstner

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Kontakt: PD Dr. Christian Forstner

Kommunikationsraum Stadt: Historische Stätten der Physik in Jena Inhalt einblenden

Kommunikationsraum Stadt: Historische Stätten der Physik in Jena

Ein physikhistorischer Stadtführer für Jena

Kontakt: PD Dr. Christian Forstner

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Kooperationen Inhalt einblenden
  • Zentrum für Wissenschaftsforschung der Leopoldina /Halle
  • Herbarium Haussknecht, Jena 
  • Phyletisches Museum, Jena
  • Deutsches Optisches Museum, Jena
  • Projekt zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft (GMPG, MPIWG)
  • Professur für Wissenschaftsgeschichte, Prof. Dr. Kärin Nickelsen, LMU München, Historisches Seminar
  • Professur für Neuere deutsche Literatur, Jutta Müller-Tamm, Freie Universität Berlin, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie & Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Studientag: „Literatur und Wissenschaftsgeschichte“)
  • Margherita-von-Brentano-Zentrum für Geschlechterforschung/Forschung und Forschungsentwicklung, PD Dr. Susanne Lettow, Freie Universität Berlin
  • Institut für Grundlagenforschung zur Philosophiegeschichte (IGP), Prof. Dr. Gerald Hartung, Bergische Universität Wuppertal
  • Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Pharmaziegeschichte der TU Braunschweig, Prof. Dr. Bettina Wahrig
  • Professur für Philosophie und Wissenschaftsgeschichte, Pierre-Olivier Méthot, Institut für Philosophie, Université Laval (Canada)
  • Dr. David Pantalony (Ottawa, Canada) and Prof. Dr. Roland Wittje (Madras, Indien)
  • Prof. Dr. Christian Oberländer (Halle)
  • Prof. Dr. Richard Kremer (Dartmouth College, Hanover), Prof. Dr. Peter Heering, Flensburg), Dr. Johannes-Geert Hagmann (Deutsches Museum München) International Course on Material Culture in the History of Physics.
  • Prof. Dr. Olival Freire, Universidade Federal da Bahia, Brazil
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